Tag 4 auf Malta – Teil 3

Nach dem wir neue Energie getankt haben, machen wir uns wieder auf…zu den Katzen in der Garage. Vorher werden aber noch die Katzen versorgt, die direkt vorm Haus leben. Hier habe ich einen kleinen Film gedreht und man sieht sofort wann die Katzen merken, daß Sigrid mit Futter kommt…alle Schwänze gehen steil nach oben. Ihnen geht es gut, so gut es eben unter diesen Bedingungen machbar ist, bei Sigrid vor dem Haus.

Dann geht es weiter zur Garage und ich versuche alle Gedanken auszublenden…versuche mich nur auf meinen „Job“ zu konzentrieren. Sigrid öffnet das Tor, das Licht geht an und sofort ertönt ein Konzert aus Maunzen und Miauen. Es ist eine Sache Fotos von den Garagenkatzen zu sehen und eine ganz andere es zu „erleben“. Heute morgen habe ich ja bereits einige in der Zabbar-Garage gesehen, aber das ist kein Vergleich hierzu. Auch wenn die Garage nicht so düster wirkt (und es sieht wirklich super sauber aus für eine Garage), werde ich sehr sehr traurig. Sooo viele Katzen…alle Farben und Charaktäre sind vertreten. Da sind die Schüchternen, die sich in der hinterste Ecke des Käfigs verkriechen. Und die, die nach Streicheleinheiten betteln. Und die, die ihrem Frust einfach Luft machen. Jede Katze hat eine Geschichte, ein Schicksal, daß sie letztendlich bei Sigrid gestrandet ist. Sie an dieser Stelle alle zu nennen, würde den Rahmen sprengen. Aber es gibt ein paar, die liegen mir ganz besonders am Herzen. Alle anderen werden nach und nach unter „Zuhause gesucht“ zu finden sein.

Das hier ist Knutschkugel, ca. 1-2 Jahre jung, und sein Name ist Programm. Ein ganz toller Kater! Als Sigrid ihn fand, sah er so schlimm aus, daß sie dachte, es wäre eine Ratte. Total abgemagert und mehr tot als lebendig.  Vermutlich hatte er einen schlimmen Unfall und er hat einen doppelten Knickschwanz (sieht wirklich aus wie ein Z) zurück behalten. Er hat Angst vor anderen Katzen, tut ihnen aber nichts. Wer hat ein Herz für diesen Traumkater?

Das ist Limpi. Er hat vorne rechts eine Krüppelpfote. Wie er damit auf der Straße überlebt hat, ist ein Rätsel. Er hat zwar Gefühl in der Pfote, aber die Sehnen sind verkürzt. Er kommt super damit zurecht, so daß man da nichts weiter machen muß. Trotzdem würden wir ihn gerne in Deutschland von einem Facharzt begutachten lassen. Vielleicht kann man ja doch noch etwas verbessern. Auch Limpi ist erst 1-2 Jahre.

Terry, ein Kater, wartet schon sehr sehr lange auf seine Chance. Wer gibt sie ihm? Er muß endlich aus diesem Käfig raus, muß endlich richtig leben dürfen. Er wurde ausgesetzt und ist schwer traumatisiert. Er braucht Menschen, die Geduld haben und ihm die nötige Sicherheit geben. Er braucht in seinem Zuhause unbedingt einen sicheren Rückzugsort und sollte nicht zu kleinen Kindern. Er verträgt sich gut mit anderen Katzen. Zur Zeit sitzt er zusammen mit Antonet in einem Käfig. Bitte, wer holt ihn hier endlich raus?

Und dann möchte ich Euch/Ihnen noch Perserdame Tessie (ich hoffe, ich habe mir den Namen richtig gemerkt) vorstellen. Sie ist ca. 3-4 Jahre, verträglich mit anderen Katzen, kann aber evtl. auch als Einzelkatze vermittelt werden, wenn die Leute viel Zeit für sie haben. Sie braucht viel Pflege, da sie einige Beeinträchtigungen hat, wie sie nun mal viele Perserkatzen haben. Sie hat entzündete Augen und auch Ohren, und sie hat Probleme mit dem Verdauungssysten. Tessie benötigt deshalb bestimmtes Spezialfutter. Werden wir die richtigen Menschen für sie finden?

Draußen ist es mittlerweile dunkel geworden und irgendwas hat meine Beine total zerstochen. Aber egal, wir haben noch einiges vor. Wir machen uns direkt auf den Weg zu den Kolonien, die Sigrid jeden Tag mit Futter und Wasser versorgt.

Natürlich fahren wir auch noch mal zu den Streunerhunden. Diese sind Fremden gegenüber sehr mißtrauisch, und obwohl ich im Auto sitzen bleibe, wittern sie sofort meine Anwesenheit. (Die Fotos sind leider sehr schlecht geworden.) Eine fast weiße Hündin ist so scheu und traut auch Sigrid nicht, daß sie erst kommt als wir schon wieder fahren. Dann klingelt Sigrids Handy. Es ist Elisabeth. Sie fragt, ob wir schon die Hunde gefüttert hätten und ob alles in Ordnung ist. Vor einiger Zeit sind Sigrid und Elisabeth an dieser Stelle angegriffen worden. Sie haben die Hunde immer zur gleichen Zeit versorgt und das haben wohl irgendwelche Männer mitbekommen. Seit dem Angriff, glücklicherweise sind die beiden unverletzt davon gekommen, fahren sie jetzt immer zu wechselnden Zeiten zwischen 20:00 abends und 02:00 Uhr nachts dorthin.

Wir haben es mittlerweile so gegen 21:30 Uhr. Da alle Tiere mit Futter versorgt sind, können wir jetzt auch an uns denken. Wir fahren zu Sigrids Lieblingsrestaurant, und ich stelle fest, daß das ganz in der Nähe von meinem Hotel ist. Dann braucht Sigrid mich anschließend nicht auch noch dorthin zu fahren. Als ich mir dann aber nur einen einfachen Burger bestellen will, schüttelt sie energisch mit dem Kopf. Sie würde selten in so ein gutes Restaurant gehen und ich sollte gefälligst was ordentliches bestellen. Das Essen dort ist wirklich sehr gut und das Lokal dementsprechend auch besucht. Während wir also etwas länger auf unser Essen warten, schauen wir uns die Fotos an und ich schreibe mir wieder so viel wie möglich an Infos auf. Dann ist aber leider der Akku meiner Kamera leer und wir müssen abbrechen. Aber wir haben auch so genug Gespächsstoff. Selbst als das Restaurant schließt, stehen wir noch lange Zeit davor und reden und reden und reden.