Flugpaten berichten über ihre Erfahrungen

Meine erste Erfahrung als Flugpatin (Malta)

Leid getan haben mir die Katzen des Südens schon immer – wie sie sich täglich durchschlagen müssen, um zu überleben. Manche schaffen das wohl einigermaßen gut, aber wenn irgendein zusätzlicher Schicksalsschlag dazukommt – eine Krankheit, ein kleine Verletzung, ein Entzug der kargen Lebensgrundlage durch Menschen – dann beginnt für sie ein qualvolles Siechtum.

Bisher habe ich es einigermaßen geschafft, das zu verdrängen. Eine Bekannte, die sich für Katzen auf Teneriffa engagiert, hat mich aber für dieses Thema erneut sensibilisert. Und nachdem ich mir nicht vorstellen konnte, meinen Urlaub hinter einer Katzenfalle und beim maltesischen Tierarzt zu verbringen, hat sie mir gesagt, wie ich einfach und ohne großen Aufwand helfen könne: als Flugpatin.

So habe ich im Internet nach Tierschutz-Kontakten in Malta gesucht und bin fündig geworden.

Ein kurze Mail an die Ansprechpartnerin Maria Kündiger, die Klärung, ob mein Flug geeignet ist – und die Planung war am Laufen. Ich hatte viele Fragen zum Ablauf, und alle wurden mir zeitnah und ausführlich beantwortet. Durch den vielfachen Mail-Wechsel bekam ich den Eindruck, dass alle Beteiligten erfahren sind und wissen, was sie tun. Nachdem bekannt war, dass wir zwei unzertrennliche Kater namens „Hund“ und „Nico“ (kastriert natürlich) in einer Transportbox im Transportraum des Flugzeuges mitnehmen sollten, meldete ich noch in Deutschland dieses besondere „Übergepäck“ mit den genauen Daten bei der Lufthansa an. Ebenfalls bekam ich von Maria vor dem Abflug Handy-Nummern und Namen der Kontaktfrau Sigrid auf Malta sowie der Abholerinnen in München.

Den Urlaub auf Malta genossen wir ohne Beeinträchtigung. Mal abgesehen davon, dass mir bei Anblick der vielen jungen Katzenkinder und ausgezehrten Katzenmütter das Herz blutete. Wir, das sind mein Mann, mein Sohn, meine Tochter und ich. Während die Männer meiner Familie meinen Entschluss zur Flugpatenschaft „wohlwollend gleichgültig“ aufnahmen, war meine neunjährige Tochter Feuer und Flamme dafür.

Am Rückflugtag klappte alles wie geplant: Mit Sigrid hatte ich Zeit- und Treffpunkt am Flughafen auf Malta vereinbart. Dorthin brachte sie die „reisefertig verpackten Katzen“ in der Box – zwei wunderschöne, große Tiere übrigens – sowie deren Reisedokumente und checkte diese mit uns am Sondergepäckschalter ein. Auch die Transportgebühr zahlte sie direkt vor Ort.

In München warteten wir aufgeregt, aber auch nur kurze Zeit wiederum bei der Ausgabe des Sondergepäckschalters. Und da kam die Box mit unserer wertvollen Fracht auch schon über das Fliessband herausgerollt!

„Hund“ und „Nico“ schienen den Flug gut überstanden zu haben. Sie wirkten zwar etwas irritiert, aber nicht panisch.

Wir hievten sie auf unseren Koffer-Kuli, hielten die Reisedokumente bereit, konnten aber, ohne dass uns jemand ansprach, zum Ausgang passieren.

Dort warteten bereits die Abholerinnen, Mutter und Tochter Thiele, die extra aus Annaberg nach München gefahren waren! Beim Gespräch hatten wir sofort den Eindruck, dass sie bei ihnen – der Katzenhilfe Annaberg – bis zu ihrer entgültigen Vermittlung in guten Händen wären.

Schon in der Folgewoche bekamen wir Fotos von ihnen in ihrer neuen Pflegestelle zugesandt!

Nach diese Erfahrung  kann ich sagen, dass ich eine Flugpatenschaft, wo sie sich anbietet und wo ich den Eindruck habe, dass mit Herz und Vernunft mit den Katzen und Spendengeldern umgegangen wird, auf jeden Fall wieder machen würde! Die Organisationen, die ich hierdurch kennengelernt habe („Maltakatzen in Not“, „Katzenhilfe Olli“ und „Katzenhilfe Annaberg“), kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen, aber bei einer neuen Destination würde ich es über das bewährte „Internet- und Mail-Beschnuppern“ auch wieder mit mir noch unbekannten Partnern versuchen.

Mit ist klar, dass es bei den exportierten Katzen um Einzelschicksale geht, und dass die Arbeit direkt in den südlichen Feriendomizilen noch wichtiger ist: Die Aufklärungsarbeit vor Ort („lieber zum Sterilisieren bringen als Vergiften“), die Kastration/Sterilisation von Straßenkatzen, sowie die Versorgung der Straßenkatzen mit Futter und ärztlicher Behandlung, wenn notwendig. Man kann nicht alle Straßenkatzen nach Deutschland holen. Aber man kann als Flugpate einzelnen Katzenwesen, die vor Ort aus den verschiedensten Gründen nicht überleben könnten, hier die Chance auf ein schönes weiteres Leben ermöglichen. Nicht mehr und nicht weniger.

Carolin


Bericht von Clou’s Flugpatin

Als meine Tochter und ich im Januar unseren Maltaurlaub für März planten, haben wir uns gleich bei Flugpaten.de für Malta eingetragen.
Wir haben schon zwei Hunde aus Italien mit nach Deutschland genommen, jedes Mal lief es problemlos ab.
Zuerst hieß es, dass Air Malta keine Tiere mehr transportiert, aber nach ein paar Recherchen stellte sich dann raus, dass Air Malta doch wieder Tiere mitnimmt.
Frau Kündiger hat mir dann sofort eine E-Mail mit der Bitte geschickt, ob wir die Katze Clou aus Malta mit nach Hamburg nehmen können. Der persönliche Kontakt hat mir dann die Sicherheit gegeben, dass es um echten Tierschutz und persönliches Engagement geht. Frau Kündiger hat mir dann auch versichert, dass die Katze hier in Hamburg auch in Empfang genommen wird. Ein paar Mails und Telefonate folgten, bei denen wir die letzten Details besprochen haben.
Leider hatten wir mit dem Wetter auf Malta kein Glück, es hat im März sehr viel geregnet, so haben wir die wenigen Sonnentage dann ausgiebig genutzt und sind zu unserem Lieblingsstrand Golden Bay gefahren.
Auf Malta hat uns dann Sigrid im Hotel angerufen, wir haben einen Treffpunkt am Flughafen abgemacht und Clou für die Reise angemeldet.
Als es dann ein paar Tage später früh morgens um 7 Uhr nach Hamburg ging, waren wir schon etwas aufgeregt. Hoffentlich geht alles gut und die Sicherheitsleute lassen uns mit Clou durch die Kontrolle gehen. Ich muss schon sagen, dass das Sicherheitspersonal sich nicht so gut mit Tieren auskennt, alle haben uns mit großen Augen angesehen und wollten auch, dass wir Clou in der Transportbox durch dieses Gerät schicken, dass auch das Handgepäck durchleuchtet. Das haben wir natürlich nicht zugelassen und dem Personal erklärt, dass Clou diese Prozedur nicht überstehen würde. So haben wir Clou dann in einem extra Raum aus der Box genommen und gezeigt, dass wir nichts in der Box schmuggeln wollen. Danach konnten wir dann ohne große Probleme zu unserem Gate gehen.
Sigrid blieb die ganze Zeit am Flughafen, so hätte ich sie noch im Notfall erreichen können. Während des Fluges blieb Clou ganz lieb in der Transportbox sitzen und wartete auf die Landung. Hier in Hamburg wurde sie dann von Frau Lüker, die extra nach Hamburg gereist ist, in Empfang genommen. Am liebsten hätten wir Clou selbst behalten, so niedlich war sie, aber aufgrund einer Katzenhaarallergie können wir leider keine Katze aufnehmen
Ich bin froh, dass wir Clou mit nach Deutschland genommen haben und sie hier ein tolles neues Zuhause gefunden hat, nachdem sie auf Malta leider auch Pech hatte, bevor sie von Sigrid aufgenommen wurde.

Tanja


Hallo Lachend

Ich möchte gerne etwas zum Erlebnis Flugpatenschaft schreiben…

Also: Urlaub gebucht, Vorfreude groß…….aber wir wollten wieder Miezen mitbringen. Leider waren wir noch nie vorher auf Malta, kannten daher keinen Tierschutzverein dort. Internet sei Dank sind wir schnell an die Katzenhilfe Olli e.V. „geraten“.  Fr. Kündiger hat sich in offener und freundlicher Weise meinen Fragen gestellt, und selbst als ich etwas nervig wurde ( denn je näher der Urlaub rückte umso nervöser wurde ich aus Vorfreude) hat sie sich Zeit genommen mir zu antworten und zu erklären, was ich nicht wusste!

Es war aber alles so, wie letztes Jahr aus Malaga.

Dann ging es los…… Urlaub hinter mich gebracht 😉  mit Fr. Baron Kontakt aufgenommen und die Zeit des Treffens vereinbart.

Die Wartezeit am Flughafen verging wie im Flug……. Herr “ Peter“ rief auch noch an und erkundigte sich nach dem Stand der Dinge.

4 Katzen waren ja geplant. Eine 5. sollte aber doch auch noch mit!

Gemeinsam verhandelten wir mit den Leuten am Flughafen, ob man nicht die dritte Box noch mitnehmen könne, denn die gebuchten 2 waren ja größer 😉 Jaaaaaaa, auch die fünfte Fellnase konnte mit an Bord!

Fr. Baron begleitete uns durch die Anmeldung und die Kontrolle und mit Stolz präsentierte ich die 5 Pässe dem Zoll. Alle Tiere gesund, gechipt, geimpft und auf der Reise in eine schönere Zukunft. Fr Baron verabschiedete sich von ihren Schützlingen und dann ging es los!

Bei jeder Turbulenz dachte ich an die Miezen im Frachtraum…….“Jungs und Mädels…durchhalten…es wird alles gut“!

In Köln Bonn angekommen direkt mit Herrn Peter telefoniert, der schon am Ausgang wartete.

Dann kamen die Boxen aus dem Sondergepäckschalter 🙂

Ein Fellnäschen hatte sich leicht eingeschittert…aber das soll ja bekanntlich Glück bringen. Auch wenn sie ein kleines Glück in der Sicherheit bei Fr Baron schon hatten…jetzt soll das gaaaanz große kommen.

Peter nahm die Fellnäschen in Empfang und versprach sich am nächsten Tag zu melden, ob alles glatt gelaufen ist.

Zuhause angekommen gingen dann noch paar SMS zwischen Fr. Kündiger, Fr. Baron und mir hin und her und am nächsten Tag kam zuverlässig der Anruf: „Katzen gut angekommen, alles ok!“

Eben habe ich schon unsere Fotos und einen kleinen Bericht auf der Homepage gelesen und es macht mich richtig glücklich die 5 Tigerchen in ein schönes, neues Leben begleitet zu haben.

Ich kann nur immer wieder sagen: Egal von wo man startet, es sollte kein Flugticket vergeudet werden, indem man kein Tier mitbringt!!!

Die Organisation durch die Damen der Katzenhilfe Olli, Fr Baron und Herrn „Peter“ war lückenlos und sehr gut.

Sollte ich wieder einmal Malta ansteuern…ich werde mich melden! Versprochen!!!!!!

Danke, dass ich die Miezen mitbringen durfte!!!! Ich würde mir wünschen Infos zu bekommen wohin die Miezen vermittelt werden.

Mit ganz lieben Grüßen

Elke K. und Anhang ( Zwei und Vierbeiner)


Flugpatenbericht von Oliver B. / Juni 2013

Für meine Familie und mich war es die erste Erfahrung als Flugpaten.
Wir hatten eine Schiffsreise im Mittelmeer ab Malta gebucht, hatten den Flug von Nürnberg nach Malta und zurück. Die Tochter der Reisebüroinhaberin, wo wir unseren Urlaub gebucht haben, ist meine Arbeitskollegin. Wie jedes Mal fragte sie mich obligatorisch, ob ich denn nicht mal Flugpate für Notfall-Tiere sein möchte. Sie meinte noch, ich müsse mich um nichts kümmern. Und sie muss es wissen, sie hat viel Erfahrung und als Flugpate schon viele Tiere nach Deutschland geholt. Einige Wochen vor unserem Flug stand fest, dass wir zwei Katzen von Malta nach Deutschland mitnehmen.

Da es unsere erste Erfahrung als Flugpaten war, habe ich
zumindest darauf Wert gelegt, dass die Tiere im Frachtraum transportiert
werden – und nicht mit in der Kabine.

Natürlich hatten wir vorher Bedenken. Würden die Umstände unseren
Urlaub beeinflussen? Sind die beiden Katzen, die wir mitnehmen sollen,
pünktlich am Flughafen? Und sind auch die Empfänger der Katzen am
Flughafen in Nürnberg pünktlich dort? Kurz vor der Abreise hat mich dann
meine Kollegin noch mit Handynummern der beiden Kontaktpersonen in
Malta und Nürnberg, sowie Unterlagen ausgestattet.

Noch während unseres Urlaubs, zwei Tage vor der Heimreise, meldete
sich die Dame bei mir, von der wir die beiden Katzen am Flughafen in
Empfang nehmen sollten. Ich gebe zu, das war alles sehr spannend.

Die Wartezeit am Flughafen war dann doch ein kleiner Nervenkrieg, zumal
unsere Bekannten, mit denen wir gemeinsam den Urlaub machten, vor
unseren Augen schon einchecken und durch die Sicherheitsschleuse
gehen konnten. Ich aber hatte Weisung von unserer Kontaktperson,
keinesfalls vorher einzuchecken, bis sie mit den Katzen da war.

Da ich Angst hatte, wir könnten durch die Verzögerung evtl erst recht
spät einchecken und dadurch nicht zusammensitzen, bin ich an den
Schalter und habe schon mal angekündigt, dass ich zwei Katzen mitnehme,
und ob man nicht für uns als Familie vier zusammenhängende Plätze
im Flugzeug reservieren kann. Dies war Problemlos möglich. Insofern war
es mir dann egal, wann die Dame mit den Katzen kommt.

Es ging dann aber alles recht schnell, die Katzen waren da, meine Kinder
sofort verliebt. Die Dame, sie nannte sich Siggi, war sehr nett und kannte
sich gut aus. Wir haben zunächst eingecheckt und sind dann – nach der
Abgabe unseres Gepäcks – zum Sondergepäckschalter. Siggi hat alles
für uns geregelt. Sie hat dann noch die Boxen verschlossen und uns
gesagt, wo in den Boxen die Papiere sind.

Wir konnten bequem und entspannt unseren Rückflug nach Nürnberg
antreten.

In Nürnberg angekommen, hörte man im Bereich der Kofferbänder, wo
man sein Gepäck abholt, auch schon ein „Miau“. Die beiden Katzen
waren hinter einem Absperrband abgestellt worden. Ich musste nun
nur noch klären, ob ich sie einfach weg nehmen darf. Nach einem kurzen
Gespräch mit einem Zollbeamten nahm ich die beiden Katzen und ging
durch die Sicherheitschleuse nach draußen, wo wir auch schon erwartet
wurden.

Ich kann jedem tierlieben Menschen nur empfehlen, so etwas mal
zu machen oder zumindest auszuprobieren, wenn man ohnehin schon
mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegt.

Ich bewundere die Leute, auch die Dame in Malta, mit welcher Energie
und viel Leidenschaft man sich für den Tierschutz einsetzt – auch wenn
ich den ganzen Aufwand durchaus kritisch betrachte, wenn man bedenkt,
dass wir hier in Deutschland genug Tiere in Tierheimen haben, die keiner
möchte – oder vielerorts Tierquälerei oder das unnötige Töten von Tieren
immer wieder stattfindet. Aber das muss jeder selber entscheiden.
Ich habe mich, völlig unabhängig dieser Bewertung, gern als Flugpate
hergegeben.

Vielen lieben Dank an Oliver B. für diesen tollen Bericht und natürlich auch für die Flugpatenschaft! Davon können wir gerne noch mehr gebrachen.